Ärztliche und physiotherapeutische Informationen

„Schlaganfall – was nun?“ hieß der Vortrag von Prof. Dr. Christoph Redecker, Chefarzt der Neurologie des Klinikums Lippe.

und

„Sport nach Schlaganfall, ein Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität“, ein weiterer Vortrag über den Reha – Sport für Schlaganfall – Betroffene von Physiotherapeut Jörg Reiners

Zu dieser von Präventio organisierten Veranstaltung kamen 24 Interessierte, ein voller Erfolg. Der 1. Vorsitzende von Präventio. Dr. Eckhard Schreiber-Weber, betonte aus seiner allgemeinmedizinischen Erfahrung die Bedeutung der schnellen Erstversorgung und der Rehabilitationsbehandlung der Betroffenen. Sportlehrer und 2. Präventio-Vorsitzender Arnd Köster moderierte die Veranstaltung.

Prof. Redecker berichtete über Warnhinweise und Risikofaktoren, Akutbehandlung sowie Nachbehandlung und Rehabilitation.
Der größte Risikofaktor ist das Alter, wesentlich auch Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte, weiterhin die koronare Herzerkrankung und das Vorhofflimmern. Wichtige Symptome beim Auftreten eines Schlaganfall sind plötzliche Seh- und Sprachstörungen, Lähmungen, Schwindel und starker, untypischer Kopfschmerz. Beim Auftreten derartiger Hinweise bitte sofort den Notarzt, Tel. 112, holen.
Als Schlaganfall bezeichnet man eine durch einen Verschluss verursachte Durchblutungsstörung des Gehirns. Im Kerngebiet des Verschlusses findet gar keine Durchblutung mehr statt, im umgebenden Gebiet eine verringerte. Durch diesen Mangel an Sauerstoff sterben im Durchschnitt pro Minute 1,9 Mio. Nervenzellen ab, d.h. die Akutbehandlung muss äußerst rasch erfolgen. Eine therapeutische Möglichkeit ist die sogenannten Lyse-Therapie. Mittels eines Enzyms wird der Thrombus aufgelöst. Je früher diese Therapie einsetzt, umso geringer sind die bleibenden Schäden des Schlaganfalls. Auch eine mechanische Entfernung des Thrombus ist möglich.
Anschliessend kommt der Patient in die „Stroke-Unit“, eine Spezialstation zur Schlaganfallbehandlung. Hier werden alle wichtigen Aspekte zur bestmöglichen Versorgung geplant und organisiert: die medikamentöse Einstellung, aktivierende Therapien wie auch eine zügige Mobilisierung, Sprech- und Schlucktraining, Ergotherapie usw.. Diese Maßnahmen müssen nach der Entlassung des Patienten in der nachfolgenden Reha-Kur baldmöglichst fortgesetzt werden, um die Langzeitfolgen der Erkrankung klein zu halten.

Physiotherapeut Jörg Reiners referierte über „Sport nach Schlaganfall, ein Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität“. Herr Reiners ist Übungsleiter der Präventio Reha-Sportgruppe für Schlaganfall-Betroffene und stellte im Rahmen des Vortrags seine Arbeit mit Schlaganfallbetroffenen vor. Der Rehabilitationssport ist für diese Patienten eine gute Erweiterung der Rehabilitationskette. Als ergänzendes Angebot zur meist notwendigen Krankengymnastik werden sie zu zusätzlichen Aktivitäten motiviert.
Wichtig ist z.B. die Steigerung motorischer Funktionen, das Verbessern von Koordination, Kondition und Gleichgewicht. Weiterhin wird die Alltagskompetenz trainiert, das Selbstwertgefühl gesteigert und bestimmte Fähigkeiten erarbeitet, z.B. die Sitzstabilität oder neue Bewegungsmuster beim Gehen. Die Teilnehmer lernen auch voneinander, sie haben Spaß an der Bewegung und am Sport in der Gruppe und freuen sich über das Gespräch mit Gleichgesinnten. Das stärkt den Wunsch, das eigene Schicksal wieder aktiv in die Hand zu nehmen.
Anschließend gab es noch eine angeregte Diskussion, die Referenten mussten viele Fragen beantworten.
Weitere Infos zur Präventio Schlaganfall Gruppe bei Jörg Reiners unter Tel. 05222/ 57 224, bei Präventio Tel. 05222 / 638 602 und www.praeventio-ev.de.