Gruppenbild in der Freilichtbühne

Kräutern und klönen bei Kaffee und Kuchen

Unter diesem Motto lud Präventio, der Verein für Rehabilitationssport  und Gesundheitsförderung, seine Mitglieder und Freunde zu einem interessanten und lehrreichen Nachmittag in die Heerser Mühle ein. Der seit vielen Jahren dort engagierte Apotheker Dr. Hannig erläuterte den 27 erschienenen Gästen zuerst die wechselvolle Geschichte der Heerser Mühle und dann die Besonderheiten und Heilwirkungen von Pflanzen.

Ein erstes Beispiel seiner fachkundigen Schilderungen betraf das hier häufig auftretende indische Springkraut, auch drüsiges

indisches Springkraut

Springkraut oder Bauernorchidee genannt. Jede Pflanze verstreut etwa 3000 Samenkörner. Fällt z.B. ein Regentropfen auf eine reife Samenanlage, oder man berührt diese so platzt sie auf und die

Samen springen bis zu sieben Meter weit. Das erklärt auch die starke Vermehrung dieser aus einem fremden Erdteil zugewanderte Pflanze (sogenannter Neophyt). Sie ist bei Imkern beliebt, denn sie bildet laufend Nektar, so dass u.a. auch die Bienen im Herbst  Nahrung  finden. Auch das einheimische Springkraut mit dem Namen „Rühr mich nicht an“ verbreitet sich so.

Nachtkerze

Eine schöne Blume ist die Nachtkerze. Man kann gut beobachten wie sie abends sehr schnell aufblüht und dann duftet. Ihre Blüten werden abends und nachts überwiegend von Faltern besucht. Ihre Samen enthalten versciedene Linolensäuren, die zur Behandlung von ekzematösen Hauterkrankungen eingesetzt werden können.

Das Schöllkraut, im Volksmund auch Warzenkraut genannt, entstammt der Familie der Mohngewächse. Zur Warzenbehandlung sollte man die Warze mit dem gelben Milchsaft bestreichen und rundherum  einfetten. Die Inhaltsstoffe behindern die Zellteilung und stoppen das Warzenwachstum. Die Pflanze ist zwar giftig, findet aber in Tees und Fertigpräparaten Anwendung bei Leber- und Gallenbeschwerden. Dr. Hannig berichtete, dass zu seiner Zeit als Apothekerpraktikant öfters Kunden kamen und dieses Mittel als „Hans frag mich was“ verlangten.

Passionsblume

Baldrian

Hopfen

Hopfen, Baldrian und Passionsblume sind heute noch beliebte Arzneipflanzen. Die Inhaltsstoffe der drei Pflanzen werden in verschiedenen Kombinationen als wirksames Beruhigungs- und Schlafmittel in der Pflanzenheilkunde geschätzt.

Der Frauenmantel, lateinisch „alchemilla vulgaris“ war im Altertum und bis zum Mittelalter eine wichtige Heilpflanze. Sie enthält

Frauenmantel

überwiegend Gerbstoffe und hat heute in der Heilkunde kaum Bedeutung. Ihr lateinischer Name ist auf den Begriff „Alchimie“ zurückzuführen. Die durch Guttation austretenden Flüssigkeitstropfen wurden von Alchemisten für Versuche zur Goldgewinnung gesammelt.

 

Noch viele weitere Gewächse aus dem Kräuter- und dem Färbergarten wurden den aufmerksam lauschenden Zuhörern von Dr. Hannig interessant und anschaulich nahegebracht.

Wir waren alle der Meinung, dass sich ein Besuch des vielseitigen Umweltzentrums immer lohnt, zumal man im herrlichen  Mühlencafe bei leckerem Kuchen und Kaffee alles Gesehene noch einmal Revue passieren lassen kann.